Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Sorbus aria

Echte Mehlbeere | Mehlbeere




Sorbus aria 'Magnifica'

Ein robustes heimisches und von alters her auch zu Nahrungszwecken kultiviertes Gehölz, das sich besonders in trockenwarmen Gebieten wohlfühlt.

VERBREITUNG

Europa, ostwärts bis zu den Karpaten und südlich bis Nordafrika (Atlas); bevorzugt auf durchlässigen, eher trockenen, steinigen und kalkhaltigen Böden von Meereshöhe bis auf 1900 m ü. M. (Südalpen).

WUCHS

8–14 m (18 m) hoch wachsender, oft mehrstämmiger Baum mit einer regelmässig aufgebauten, eiförmigen bis rundlichen Krone. In höheren Lagen oft auch nur strauchartig anzutreffen und insgesamt eher langsam wachsend. Kann über 200 Jahre alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, eiförmig bis elliptisch geformten Blätter werden bis 14 cm lang sowie 10 cm breit und weisen acht bis 14 Blattadernpaare auf. Die Blattspitze ist in der Regel leicht abgerundet; der Rand ist scharf und meist doppelt gesägt oder selten flach gelappt. Der Blattstiel misst bis 2,5 cm, und die anfänglich behaarte Blattoberseite wird dunkelgrün glänzend, während die Unterseite dicht weiss- bis graufilzig behaart bleibt. Im Herbst färben sich die Blätter meist gelblich und bleiben lange an den Zweigen haften.

Die jungen Triebe sind wollig-filzig behaart, werden dann rötlich grau bis grau, mit deutlich sichtbaren Lentizellen. Mit zunehmendem Alter reisst die Borke besonders am unteren Stammende auf und entwickelt ein auffälliges Rautenmuster. Nach dem Laubaustrieb erscheinen im Mai/Juni die weissen, 10–15 mm grossen Blüten in bis 12 cm breiten, halbkugeligen und filzig behaarten Trugdolden, die einen etwas strengen Duft verströmen.

Die kugeligen bis eiförmigen, leuchtend orangeroten, beerenartigen Früchte enthalten zwei Samen und sind gekocht essbar, schmecken aber mehlig; roh genossen wirken sie stark abführend. Sie wurden früher in unseren Breiten als Nahrung (gedörrt oder in Brot eingebacken) geschätzt. Das herzartige Wurzelwerk entwickelt sich tief.

Ein sonniger bis absonniger oder halbschattiger und warmer Standort auf einem mineralischen, durchlässigen und eher trockenen Boden ist die Grundvoraussetzung für das gute Gedeihen der Wärme liebenden Mehlbeere. Sie bevorzugt eine Reaktion im neutralen bis stark alkalischen Bereich (Kalk liebend). Staunässe und nasse, kalte Böden sind Gift!

Essenz

Ein robustes heimisches und von alters her auch zu Nahrungszwecken kultiviertes Gehölz, das sich besonders in trockenwarmen Gebieten wohlfühlt. Sorbus aria erträgt Hitzephasen wie sommerliche Trockenheit gut und eignet sich somit auch im innerstädtischen Bereich als Strassenbaum oder Solitär. Die Belaubung wirkt mit der hellen Blattunterseite, die v. a. bei Wind auffallend hervorblitzt, äusserst attraktiv, und das warme, rötlich braune Kernholz ist im Möbel- und Innenausbau sehr begehrt.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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