Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Sorbus aucuparia

Drossel­beere | Eberesche | Gewöhnliche Eber­esche | Vogel­beere



Sorbus aucuparia 'Ulung'

Die roten Beeren ziehen Vögel wie Amseln, Distel-, Buchfinken, Drosseln und über weitere 60 (!) europäische Arten magisch an. Dies machen sich von alters her Vogelfänger zunutze. Darauf bezieht sich auch der Artname aucuparia, abgeleitet von avis capere (Vogel fangen). Im Mittelalter wurden Schafe und Ziegen in Notzeiten mit dem Laub gefüttert.

VERBREITUNG

Europa und im nördlichen Teil von Asien (eurosibirisch); bevorzugt an Waldrändern, Lichtungen und in Gebüschen auf mässig trockenen bis frischen, leicht sauren bis neutralen oder seltener leicht kalkhaltigen, humosen, eher nährstoffarmen Böden. Kann in den Alpen bis auf 2200 m ü. M. (ca. Waldgrenze) aufsteigen.

WUCHS

Schlanker, oft mehrstämmig anzutreffender Baum von 6 bis 10 m (15 m) Höhe und 5 bis 6 m Breite. Die in den Jugendjahren schmale und straff aufrechte Kronenform wird im Alter deutlich breiter und lockerer. Kann 80 bis 120 Jahre (150 Jahre) alt werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, unpaarig gefiederten Blätter werden bis 25 cm lang und 15 cm breit; sie setzen sich aus neun bis 19 eiförmig-länglichen Blättchen von bis zu 6 cm Länge und 2 cm Breite zusammen. Mit Ausnahme der etwas schiefen, abgerundeten Blattbasisnähe ist der Blattrand scharf gesägt. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite bläulich grün. Die meist attraktiv ausfallende Herbstfärbung kann von gelb über orange bis zu rot reichen und deckt nahezu die gesamte Farbpalette der warmen Töne ab. Nach dem Laubaustrieb erscheinen im Mai/Juni die weissen Blüten in Form von bis 15 cm breiten, flachen Schirmrispen. Die Blüten riechen recht streng, werden aber von zahlreichen Insekten besucht (Bienennährgehölz) und bringen als Tee gekocht bei Atemwegserkrankungen Linderung.

Von August bis Oktober reifen die bis 8 mm grossen, leuchtend roten, fleischigen Kernfrüchte in grosser Zahl; sie enthalten reichlich Vitamin C, schmecken roh sauer-herb und sind für den Menschen in diesem Zustand ungeniessbar. Zu Saft, Gelee, Kompott oder Konfitüre verarbeitet, sind sie besonders in Berglagen und in Skandinavien beliebt. Die jungen Zweige sind glänzend rotbraun und mit zahlreichen Lentizellen besetzt, und die mattgraue Borke bleibt lange glatt. Auffallend sind die kegelig zugespitzten, filzig behaarten Blattknospen. Das elastische und gut zu bearbeitende Holz ist bei Drechslern und für Schnitzarbeiten sehr beliebt. Die Eberesche bildet je nach Bodentyp ein Wurzelsystem mit bis 2 m tief reichenden Senkern aus.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem frischen bis feuchten oder mässig trockenen, leicht sauren, steinig-humosen und mageren Boden kommt ihren Bedürfnissen entgegen. Die Eberesche verträgt zwar Kalk, doch ist ein schwach saurer Boden vorzuziehen.

Essenz

Die roten Beeren ziehen Vögel wie Amseln, Distel-, Buchfinken, Drosseln und über weitere 60 (!) europäische Arten magisch an. Dies machen sich von alters her Vogelfänger zunutze. Darauf bezieht sich auch der Artname aucuparia, abgeleitet von avis capere (Vogel fangen). Im Mittelalter wurden Schafe und Ziegen in Notzeiten mit dem Laub gefüttert.

Als wichtiges Pionier- und Wildgehölz ist die Eberesche in Feldhecken und Waldsaumpflanzungen, aber auch im urbanen Raum ein vielerorts passender und an sich robuster Zierbaum. In den letzten Jahren wurde sie etwas weniger häufig gepflanzt, da die gesamte Gattung für die den professionellen Kernobstbau bedrohende Bakterienkrankheit Feuerbrand (Erwinia amylovora) Wirtspflanze ist. Mittlerweile wird dieser Umstand aber etwas pragmatischer gewichtet – Bienen und Vögel danken uns dies –, und man findet sie einschliesslich der nachfolgend beschriebenen Sorten wieder häufiger in landschaftsarchitektonischen Planungen und auf Pflanzlisten.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: