Pflanze des Monats

Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.

Stachyurus praecox

Japanische Schweifähre | Perlschweif | Schweifähre




Stachyurus praecox

Ein Wärme liebendes Gehölz, das in der Jugend etwas frostempfindlich ist und deshalb eines gut geschützten (vor allem vor kalten Winterwinden) Standorts bedarf.

VERBREITUNG

Japan, auf der Süd- sowie auf der Hauptinsel und im südlichen Teil von Hokkaido; bevorzugt an warmen Waldrändern auf feuchten und eher sauren Böden. Wurde in England um 1864 eingeführt.

WUCHS

2–4 m (5 m) hoher, eher sparsam verzweigter, rutenartige Triebe ausbildender und sommergrün belaubter Strauch.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig an den braunrot glänzenden Trieben angeordneten Blätter sind ­schmal eiförmig, lang zugespitzt und kahl. Der Rand ist gesägt, der Stiel rötlich getönt, und die Blätter werden 7–13 cm lang und bis 6 cm breit. Die Herbstfärbung ist gelborange bis braungelb. Ab Ende Februar bzw. im März/­April erscheinen die blassgelben, glockigen bzw. tassenförmigen Blüten zu 15 bis 20 zusammenstehend in bis 8 cm langen, abwärts zeigenden steifen Trauben.

Die Kronblätter der etwa 8 mm breiten Einzelblüten sind länger als der Griffel (Unterschied zu Stachyurus chinensis, bei der beide Blütenteile etwa gleich lang sind oder der Griffel sogar länger ausgebildet ist; die Japanische Schweifähre blüht auch gut 2 Wochen früher als die chinesische Art). Die grünlichen, kugeligen Früchte werden ca. 8 mm dick.

Ein milder, windgeschützter, sonniger bis halbschattiger Standort auf einem frischen, humosen, nahrhaften Boden hat sich als optimal herausgestellt. Die Reaktion kann von mässig sauer bis leicht alkalisch reichen, wobei leicht saure Böden bevorzugt werden.

Essenz

Ein Wärme liebendes Gehölz, das in der Jugend etwas frostempfindlich ist und deshalb eines gut geschützten (vor allem vor kalten Winterwinden) Standorts bedarf. Einmal eingewachsen und etabliert, ist die Japanische Schweifähre aber in unseren Breiten meistens ausreichend winterhart und erträgt sommerliche Hitzephasen schadlos. Der Schnitt beschränkt sich auf ein möglichst basisnahes Entfernen von alten und schwachen Trieben in einem zwei- bis dreijährigen Turnus. Ein Einkürzen der Triebe sollte vermieden werden, da dies dem Habitus abträglich ist.

Die oben erwähnte, dieser Art recht nahe stehende Chinesische Schweifähre (Stachyurus chinensis) wurde um 1908 von Ernest Henry Wilson eingeführt; sie wird wegen der etwas später im Jahr erfolgenden Blüte seltener kultiviert.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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