Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

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Staphylea pinnata

Gewöhnliche Pimpernuss | Klapper­nuss | Pimpernuss | Rosenkranzstrauch




Staphylea pinnata

Ein robuster und für viele Gartentypen geeigneter einheimischer Blütenstrauch, der sich analog zur vorher beschrieben Art Staphylea colchica verwenden lässt.

VERBREITUNG

Südosteuropa bis westliches Asien (Syrien, Türkei); in der Schweiz um Genf herum, in der Region Basel und im St. Galler Oberland sowie im Fürstentum Liechtenstein bevorzugt auf frischen, kalkreichen und gut drainierten, steinigen Lehmböden bis auf knapp 900 m ü. M. in lichten warmen Laubwäldern. Es ist unklar, ob sich diese vereinzelten Standorte darauf zurückführen lassen, dass die Kelten auf Gräbern Pimpernüsse als Grabbeilage verwendeten oder auch pflanzten und sich diese so halten konnten.

WUCHS

Sommergrün belaubter, straff aufrecht und eher langsam wachsender, wenig verzweigter Strauch von 2 bis 5 m Höhe.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die gegenständig an den glänzend rötlich braunen Trieben angeordneten, langgestielten Blätter sind gefiedert und setzen sich aus fünf bis sieben Teilblättern zusammen. Diese sind länglich-oval sowie zugespitzt und weisen einen gesägten Rand auf. Die oberseits lebhaft grün gefärbten Blätter werden 5–10 cm lang und sind auf der Unterseite bläulich grün. Im Herbst werden die Blätter unelastisch sowie fest und färben sich vor dem Fall gelblich. Die zwittrigen, gelblich weissen, angenehm duftenden, 9–12 mm langen Blüten erscheinen zu mehrehren (bis 15) beisammen in achselständigen, hängenden, bis 12 cm langen Rispen im Mai/Juni.

Die Früchte reifen als eiförmig aufgeblasene, 3–4 cm lange, häutige Kapseln, die die glänzend hellbraunen, harten und bis 1 cm grossen Samen enthalten; sie ähneln etwas der Haselnuss (Corylus avellana) und sind essbar – ihr Geschmack erinnert ein wenig an Pistazien. Der Pimpernuss wird eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen; zudem wurden die getrockneten Samen auch zur Herstellung von Rosenkränzen genutzt – worauf sich der eine Trivialname auch bezieht. Die Triebe sind oft hellgraugrün bis braunrot und mit zahlreichen weissen Lentizellen besetzt, die sich bald zu weissen Streifen verbinden.

Ein warmer, sonniger bis absonniger Standort auf einem frischen, gut durchlässigen und nahrhaften, sandigen Lehmboden bietet Staphylea pinnata gute Wachstumsbedingungen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wird geschätzt.

Essenz

Ein robuster und für viele Gartentypen geeigneter einheimischer Blütenstrauch, der sich analog zur vorher beschrieben Art Staphylea colchica verwenden lässt. In Georgien wird der Blütenstand in Salzwasser eingelegt und als Salat serviert – der Geschmack erinnert an eingelegte Kapern oder Oliven und würde auch in unserer Küche gut zu Raclette etc. passen. Obwohl dieses Gehölz nur geringe Stammdurchmesser ausbildet, ist das gelblich weisse, ausgesprochen harte Holz bei Drechslern, Schnitzern und Instrumentenbauern beliebt. Schädlinge und Krankheiten sind so gut wie kein Thema.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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