Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Syringa vulgaris
Bauerngartenflieder | Gewöhnlicher Flieder | Wildflieder

Ein bekannter, robuster und vielseitig verwendbarer Grossstrauch, der früher in keinem Bauerngarten fehlen durfte. Aber auch in gemischten Parkhecken, im Strassenbegleitgrün oder als Gruppengehölz und Abdeckstrauch – wobei Dickichtstrauch zutreffender wäre – in Siedlungen, Spitalanlagen und bei Schulgebäuden überzeugt der Gewöhnliche Flieder.
Auf dem Balkan, der Türkei und im Iran; bevorzugt in lichten Wäldern und an Berghängen auf mässig trockenen bis frischen, sandig-lehmigen und häufig kalkhaltigen Böden. Die Art wurde um 1560 aus der Türkei nach Wien gebracht; im Lauf der Jahrhunderte wurden weltweit zahlreiche Gartensorten herausgezüchtet.
Steif aufrecht wachsender, mehrstämmiger und Ausläufer bildender Grossstrauch mit etwas sparrig abstehenden oder ansteigenden Zweigen. In der Höhe werden 4–6 m (7 m) und in der Breite bis 5 m oder noch mehr erreicht. Kann mit den zahlreichen Ausläufern dickichtartige Bestände bilden.
Die gegenständig angeordneten, etwas derben, eiförmigen bis breitovalen Blätter werden 6–12 cm lang, enden zugespitzt und sind an der Basis gestutzt bzw. herzförmig; sie weisen eine frischgrüne, glänzende Farbe auf und fallen im Herbst mehr oder weniger grün ab (keine Herbstfärbung). Ab Ende April bis weit in den Mai erscheinen die blauvioletten, stark duftenden Blüten in 12–18 cm langen, mehr oder weniger aufrechten Rispen. Die länglich zugespitzten, bräunlichen und holzigen Fruchtkapseln werden bis 1,5 cm gross, reifen ab September und bleiben lange am Gehölz hängen.
Die jungen Zweige weisen eine olivgrüne Färbung auf, später nimmt die Borke eine graubraune Färbung an und löst sich in Längsstreifen ab. Die Grundstämme sind oft drehwüchsig und im Alter knorrig. Der Oberboden wird mit den sehr dicht verzweigten, fast filzartigen Seitenwurzeln intensiv durchzogen, und es werden Ausläufer ausgetrieben; die Hauptwurzeln reichen tief.
Ein warmer, sonniger bis absonniger Standort auf einem drainierten, mässig trockenen bis frischen, sandig-lehmigen und nahrhaften Boden, der eine neutrale bis alkalische Reaktion aufweist, ist optimal. Insgesamt stellt diese Kalk liebende Pflanze aber nur bescheidene Ansprüche an Boden wie Standort und hat sich als anpassungsfähig, frosthart, hitzeverträglich und industriefest erwiesen. Bei Nassschnee brechen die älteren Grundstämme oft aus oder neigen sich stark; häufig auch ohne danach abzusterben. Zudem besitzt Syringa vulgaris ein hohes Ausschlagsvermögen.
Ein bekannter, robuster und vielseitig verwendbarer Grossstrauch, der früher in keinem Bauerngarten fehlen durfte. Aber auch in gemischten Parkhecken, im Strassenbegleitgrün oder als Gruppengehölz und Abdeckstrauch – wobei Dickichtstrauch zutreffender wäre – in Siedlungen, Spitalanlagen und bei Schulgebäuden überzeugt der Gewöhnliche Flieder.
Mit seiner intensiven Bodendurchwurzelung gilt er auch als guter Bodenstabilisator und kann bspw. an Böschungen diesen Vorteil ausspielen. Während der Blüte werden die Pflanzen von zahlreichen Insekten besucht und einige heimische Vogelarten nutzen die Früchte. Da sie sich mit den Ausläufern stark ausbreiten können, ist bei der Verwendung ausserhalb des Siedlungsgebiets, bspw. am Waldrand, Vorsicht und gesunder Menschenverstand geboten, damit sie sich nicht in der freien Natur verselbstständigen. Bei den zahlreichen Gartensorten stellt sich dieses Problem weniger, da viele von ihnen steril sind (insbesondere die gefüllt blühenden) oder wurzelecht vermehrt werden und meist auch weniger stark wachsen als die reine Art. Bei den Syringa vulgaris-Sorten empfiehlt es sich, die verblühten Rispen frühzeitig zu entfernen, damit die Pflanze die damit eingesparte Energie in die Bildung von neuen Blütenknospen investiert.
Ein klassischer Rückschnitt wie bei anderen Blütensträuchern sollte beim kultivierten Gartenflieder unbedingt unterlassen werden. Wichtig ist aber bei veredelten Sorten ein Entfernen von Boden- bzw. Wildtrieben (Unterlage), damit diese nicht durchtreiben und im Extremfall die Edelsorte abwerfen. Ein gelegentliches behutsames Auslichten bzw. ein Entfernen von sich kreuzenden Ästen oder Totholz kann aus ästhetischen Gründen gern durchgeführt werden. Gelegentlich hat man mit der bakteriell verursachten Fliederseuche (Pseudomonas syringae) zu kämpfen, insbesondere nach verregneten und feuchten Wetterphasen. Diese Krankheit äussert sich durch braune bis schwarze Flecken, die im Frühjahr an den jungen Trieben erscheinen. Die Rinde fault dann, die Triebe knicken um und auf den Blättern finden sich transparente bis braune Flecken; sie welken oft, und auch die Blüten kümmern.
Vorbeugend sollte der Pflanze ein optimaler Standort und Boden zur Verfügung gestellt werden. Bei Befall ist eine chemische Bekämpfung kaum möglich. Es empfiehlt sich aber, die befallenen Pflanzenteile bis ins gesunde Holz abzuschneiden und zu vernichten (Schnittwerkzeuge vor- und nachher desinfizieren!).
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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