Pflanze des Monats

Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.

Tetradium daniellii

Bee-bee Tree | Bienenbaum | Duftesche | Honigesche | Samthaarige Stinkesche | Stinkesche | Tausendblütenstrauch




Tetradium daniellii

Ein robustes und dank der späten Blüte sowohl für die Bienen wie für die Gartenbesucherin und den -besucher attraktives Solitärgehölz, das in Park- und Gartenanlagen, aber auch bei Bienenständen vielfältig verwendet werden kann. In Ungarn und Rumänien wird die Duftesche als Bienenweide zur Honigproduktion erwerbsmässig angebaut.

VERBREITUNG

Im südwestlichen Teil von China und in Korea; bevorzugt in sonnigen und warmen Lagen auf frischen, aber durchlässigen Böden von Meereshöhe bis ins Gebirge.

WUCHS

Sommergrün belaubter, 7–10 m (12 m) hoher, ausladender und locker verzweigter Strauch oder Kleinbaum, der eine abgeflachte bis schirmförmige Krone ausbildet. Die Varietät hupehensis (Dode) C.C. Huang, die gelegentlich auch als Euodia hupehensis Dode oder Tetradium hupehensis hort. in der Fach­literatur geführt wird, kann auch in unseren Breiten bis 18 m hoch ­werden.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die gegenständig angeordneten, unpaarig gefiederten Blätter sind im Umriss breit eiförmig und werden bis 35 cm lang; sie setzen sich aus fünf bis neun (elf) ei- oder eiförmig-lanzettlichen, bis 12 cm langen, spitz zulaufenden Blättchen zusammen. Die seitlichen Fiederblättchen sind ebenfalls gegenständig an der Blattspindel verteilt. Der Blattrand ist flach oder ganz flach gekerbt, und die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün, während die Unterseite bläulich grün und oft leicht behaart erscheint.

Bei Berührung oder beim Zerreiben verströmen die grünen Pflanzenteile einen aromatischen, etwas strengen Duft – worauf der etwas abschätzige deutsche Trivialname Stinkesche Bezug nimmt. Die grauen oder graubraunen Zweige sind bleibend samtartig behaart, und die graue Borke bleibt lange glatt. Die Lentizellen sind gut sichtbar, und die Endknospen werden bis 1,5 cm lang. Ab Ende Juli bzw. im August/September erscheinen die zahlreichen kleinen, weissen Blüten mit vier bis fünf ca. 5 mm langen Kronblättern in endständigen 10–15 cm breiten, flaumhaarigen Schirmrispen (Trugdolden) zusammengefasst; sie enthalten viel Nektar und werden gern von Bienen besucht – worauf die anderen deutlich schmeichelhafteren Trivialnamen wie Honigesche, Bienenbaum oder Tausendblütenstrauch anspielen.

Die kleinen, bräunlich roten Früchte (Sammelbalgfrucht) bleiben oft bis zum Winteranfang zierend am Gehölz hängen. Ein warmer, sonniger bis absonniger Standort auf einem drainierten, frischen bis feuchten, gern auch nahrhaften, sandig-lehmigen Gartenboden behagt dieser wertvollen Bienentrachtpflanze am besten. Das walnussbraune Holz wird in seiner Heimat zur Möbelherstellung verwendet. An die Bodenreaktion werden kaum Ansprüche gestellt; diese kann von mässig sauer bis alkalisch reichen. Jungpflanzen sind etwas frostgefährdet; einmal eingewachsen und etabliert, hat sich das Gehölz aber als gut frosthart erwiesen. Auf lange Trockenphasen und anhaltende Nässe reagiert es empfindlich.

Essenz

Ein robustes und dank der späten Blüte sowohl für die Bienen wie für die Gartenbesucherin und den -besucher attraktives Solitärgehölz, das in Park- und Gartenanlagen, aber auch bei Bienenständen vielfältig verwendet werden kann. In Ungarn und Rumänien wird die Duftesche als Bienenweide zur Honigproduktion erwerbsmässig angebaut. Zudem hat sich Tetradium daniellii var. hupehensis als ausgezeichneter Schattenbaum erwiesen, weil durch den lockeren Aufbau im Frühjahr und Herbst genügend Licht durchgelassen wird, aber in der heissen Sommerzeit – nicht zuletzt auch aufgrund der zahlreichen dichten Blütenstände (Tausendblütenstrauch) – kühlender Schatten gespendet wird.

Schädlinge und Krankheiten sind so gut wie kein Thema. In Baumschulen wird oft die Varietät hupehensis kultiviert, die sich im Wesentlichen durch schnelleren Wuchs, grössere Endhöhe und die nur anfänglich behaarten Zweige von der reinen Art unterscheidet.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


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