Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Tilia platyphyllos
Grossblättrige Linde | Sommerlinde

Die Sommerlinde ist wie die Winterlinde auch in der europäischen Geschichte und Mythologie fest verankert. Sie ist das Gehölz der Dichter und Minnesänger und wurde als Gerichtsbaum oder Tanzlinde gepflanzt, aber auch als Heilpflanze verwendet.
Europa; am Waldrand, in Mischwäldern und an nordseitigen Hängen, oft auf Kalkböden. Kann von Meereshöhe bis auf 1400 m ü. M. aufsteigen. Die Sommerlinde wurde von alters her durch Menschenhand gepflanzt und ist bzw. war als Hof-, Dorf- oder Gerichtsbaum von Spanien bis zum Schwarzen Meer verbreitet.
Mächtiger, sommergrün belaubter, häufig geradestämmiger Baum von 30 bis 35 m (40 m) Höhe, der eine breit eiförmige und mit zunehmendem Alter rundlich hoch gewölbte Krone entwickelt und 800–1000 Jahre alt werden kann. In Stammnähe spriessen oft Wurzeltriebe.
Die wechselständig an den olivgrünen, sonnenseitig häufig geröteten Trieben angeordneten Blätter sind herzförmig-rundlich und werden bis 14 cm gross; sie enden kurz zugespitzt, und der Rand ist regelmässig scharf gesägt. Die Blattoberseite ist mattdunkelgrün und leicht behaart, während die Unterseite hellgrün erscheint und in den Nervenwinkeln weisse Achselbärte aufweist (wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Winterlinde, Tilia cordata, die rostbraune Achselbärte und eine blaugrüne Blattunterseite besitzt).
Im Juni/Juli entwickeln sich etwa ab dem 15. bis 20. Lebensjahr die süss duftenden, gelblich weissen Blüten zu dritt bis sechst beisammen in hängenden Trugdolden; sie erscheinen etwa 10 Tage vor der Winterlindenblüte und ziehen als wertvolle Nahrungsquelle Honigbienen, Hummeln und zahlreiche andere Insekten an. Die bis 1 cm grossen, rundlichen bis ovalen Nussfrüchte sind fünfkantig und reifen ab September. Die jungen Triebe sind leicht flaumig behaart und werden dann kahl; im Alter wird die graue Borke längsrissig. Die eiförmigen, meist dreischuppigen Winterknospen sind grün bis sonnenseitig dunkelrot und werden bis 8 mm lang. Das gelblich weisse, gelegentlich leicht rötliche Holz ist weich, aber trotzdem dauerhaft und gut bearbeitbar. Es ist bei Drechslern sehr beliebt und auch für Schnitzarbeiten gut geignet. Zudem wurde der faserige Rindenbast für Flechtarbeiten gebraucht.
Die Sommerlinde bildet ein ausgeprägtes Herzwurzelsystem mit einem hohen Anteil an oberflächennahen Feinwurzeln aus. Ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem drainierten, frischen bis feuchten, nahrhaften, kiesig-lehmigen Boden bietet die idealen Lebensbedingungen. Der pH-Wert kann von schwach sauer bis alkalisch (Kalk liebend) reichen.
Die Sommerlinde ist wie die Winterlinde auch in der europäischen Geschichte und Mythologie fest verankert. Sie ist das Gehölz der Dichter und Minnesänger und wurde als Gerichtsbaum oder Tanzlinde gepflanzt, aber auch als Heilpflanze verwendet. Der Tee aus getrockneten Blüten wirkt hervorragend gegen Erkältungskrankheiten, schweisstreibend und fiebersenkend. Oft wurde die Sommerlinde auch bei Weggabelungen als Landmarke oder Schatten und Schutz spendend bei Gasthäusern gepflanzt – Namen wie Zur Linde, Lindenbaum, Lindenwirt u.Ä. erinnern daran.
Ein langlebiger und regenerationsfähiger Baum, der eine mässig hohe Widerstandskraft gegen Lausbefall aufweist, das innerstädtische heisse und trockene Klima aber dennoch nicht schätzt und besser in der freien Natur bzw. auf dem Land oder in städtischen Parkanlagen (Friedhöfen, Freibäder etc.) verwendet wird. Ein in allen Aspekten wertvoller Park- und Alleebaum, der mit zahlreichen nachfolgend beschriebenen Auslesen und Sorten in Baumschulen kultiviert wird.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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