Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.
Ulmus glabra
Bergulme | Rüster | Weissulme

Auch die heimische Bergulme – obwohl etwas weniger anfällig als die Feldulme (Ulmus minor) – ist in ihrem natürlichen Bestand durch die Ulmenkrankheit bzw. die Holländische Ulmenkrankheit, die durch den Schlauchpilz Ophiostoma ulmi (syn. Ophiostoma novo-ulmi) verursacht wird, stark gefährdet.
Europäisch; von Schottland bis Norwegen, östlich bis zum Ural und dem Kaukasus, südlich begrenzt entlang des nördlichen Mittelmeerufers. Besiedelt bevorzugt sickerfeuchte, kalkhaltige und nahrhafte, steinig-lehmige Böden in Flussauen und Schluchtwäldern. Kann vom Flachland bis auf ca. 1450 m ü. M., oft vergesellschaftet mit dem Bergahorn (Acer pseudoplatanus) aufsteigen.
Sommergrün belaubter, aufrecht wachsender und geradestämmiger Baum von 30 bis 35 m (40 m) Höhe und 20 m Breite, der eine mächtige oval rundliche bis breit ausladende Krone bildet. Die Hauptäste sind stark und im unteren Kronenbereich oft etwas hängend ausgebildet. Kann gegen 400 Jahre alt werden.
Die wechselständig angeordneten, dunkelgrünen und länglich-ovalen, häufig zwei- bis dreizipflig zugespitzten Blätter besitzen einen meist doppelt gezähnten Rand; sie sind im mittleren Bereich oft am breitesten und weisen zwölf bis 20 Seitennerven auf. Die Blattbasis (Blattgrund) steht auffallend asymmetrisch. Die Blätter werden 8–17 cm lang, und die Oberfläche fühlt sich rau an.
Im Herbst färben sich die Blätter intensiv goldgelb. Vor dem Blattaustrieb (März/April) erscheinen die rötlich braunen bis braunvioletten Blüten in kurzgestielten, dichten Büscheln. Die einsamigen, geflügelten Nüsschen (Scheibenflieger) werden bis knapp 3 cm gross und zieren bereits im Frühjahr den noch unbelaubten Baum. Die dunkelgraubraunen bis grüngrauen Zweige sind im Jugendstadium leicht behaart, werden später kahl und besitzen helle Lentizellen. Mit zunehmendem Alter wird die Stammborke längsrissig. Die dunkelbraunen Knospen werden bis 6 mm lang und sind zugespitzt (Blattknospe) oder rundlich (Blütenknospe).
Das Wurzelwerk entwickelt sich ausgesprochen tief (bis 1,5 m) als Herz-Pfahlwurzelsystem; die jungen Sämlingspflanzen bilden zuerst eine Pfahlwurzel aus. Regelmässig erscheinen Stockausschläge, jedoch keine Ausläufer. Das wertvolle Holz (Splintholz gelblich weiss, Kernholz rötlich braun) ist im Möbelbau, für Parkettböden und Furnierarbeiten wie auch zum Drechseln sehr beliebt; es gilt als zäh, druckfest, gut bearbeitbar und schwindet kaum.
Ein sonniger bis halbschattiger Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit ist optimal. Der im Idealfall kiesig-lehmige bis steinig-humose Boden sollte drainiert, jedoch frisch bis feucht und nahrhaft sein. Eine Reaktion im neutralen bis alkalischen Bereich (Kalk liebend) wird bevorzugt.
Auch die heimische Bergulme – obwohl etwas weniger anfällig als die Feldulme (Ulmus minor) – ist in ihrem natürlichen Bestand durch die Ulmenkrankheit bzw. die Holländische Ulmenkrankheit, die durch den Schlauchpilz Ophiostoma ulmi (syn. Ophiostoma novo-ulmi) verursacht wird, stark gefährdet. Die unheilige Allianz des Pilzes mit dem Ulmensplintkäfer hat vielerorts die charakteristischen Bäume aus dem Landschaftsbild getilgt. Der Ulmensplintkäfer kommt in seinen Frassgängen unter der Rinde in Kontakt mit den klebenden Pilzsporen. Die im Frühjahr ausschwärmenden, kontaminierten Käfer suchen die Kronen neuer Ulmen auf, ernähren sich von frischer Rinde, bevorzugt in den oberen Zweigachseln, und infizieren so den nächsten Baum.
Durch das Verstopfen der Gefässe schädigt der Pilz die Pflanze beträchtlich: Die Krone stirbt wegen mangelnder Wasserzufuhr ab (siehe auch den Krankheitsbeschrieb unter Ulmus americana). Aufgrund ihrer Anfälligkeit kann die Bergulme gartenbaulich nur noch eingeschränkt verwendet werden. Früher wurde der weiche Bast gekocht als Mittel gegen Husten und Darmbeschwerden verwendet. Aus der Kreuzung zwischen der Berg- und der Feldulme ist die natürlich vorkommende Holländische Ulme (Ulmus × hollandica) entstanden, die leider auch ziemlich anfällig ist.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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