Aus dem umfassenden Nachschlagewerk «Plantae» von Urs Lüscher stellen wir Ihnen jeden Monat eine besondere Pflanze vor. Es handelt sich um wenig bekannte Gehölze, die aus unserer Sicht mehr Aufmerksamkeit verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie faszinierende neue Pflanzenarten.
Viburnum farreri
Duftschneeball

Eine im Unterschied zu Viburnum × bodnantense etwas schwächer wachsende, attraktive und wertvolle Schneeballart, die bereits früher kleinere, meist hellere Blüten hervorbringt.
Im Norden Chinas; regelmässig an Waldrändern und in Strauchgruppen auf verschiedenen Bodentypen (trocken, frisch). Wurde in Europa 1910 vom britischen Botaniker und Pflanzenforscher William Purdom (1880–1921) eingeführt.
Sommergrüner, dichtbuschig und mit den Grundästen straff aufrecht wachsender, im oberen Bereich bogig übergeneigter und etwas sparriger Strauch von 2,5 bis 3,5 m (4 m) Höhe. Mit den Jahren bildet diese eher langsam wachsende Art Bodentriebe und Ausläufer aus, wodurch sie recht umfangreich werden kann. Auch niedergebogene Zweige wurzeln bei Bodenkontakt an.
Die gegenständig angeordneten, länglich-elliptisch, oft etwas variabel geformten Blätter werden 5–8 cm lang und bis 4 cm breit; die Oberseite ist mittelgrün und mit meist sechs vertieft liegenden Adernpaaren ausgestattet, der rötliche Blattstiel wird bis 2 cm lang. Insgesamt wirken die Blätter etwas hellgrüner als bei Viburnum × bodnantense und glänzen etwas an den Langtrieben. Beim Zerrreiben duften sie ebenfalls herb-würzig, jedoch deutlich schwächer als bei Viburnum × bodnantense. Im Herbst färben sich die Blätter von ziegelrot bis rotviolett oder purpurn.
Oft schon gegen Ende Oktober erscheinen die im knospigen Zustand rosafarbenen, aufgeblüht zartrosa bis weissen, angenehm duftenden und bis 16 mm grossen Blüten in bis 5 cm langen, end- oder achselständigen, rispenartigen Büscheln zusammengefasst. Die Hauptblüte erstreckt sich von Ende Februar bis April. Die ab Juni (selten) erscheinenden, anfänglich rot gefärbten Früchte werden bei Reife schwarz. Die jungen Triebe weisen eine rotbraune und leicht glänzende Färbung auf. Die Rinde der mehrjährigen Triebe ist braun getönt und löst sich in langen Fasern ab.
Ein etwas geschützter, sonniger bis absonniger Standort auf einem gut drainierten, frischen, kultivierten Boden hat sich für den Duftschneeball als optimal erwiesen; insgesamt ist er aber recht boden- und standorttolerant wie auch stadtklimafest.
Eine im Unterschied zu Viburnum × bodnantense etwas schwächer wachsende, attraktive und wertvolle Schneeballart, die bereits früher kleinere, meist hellere Blüten hervorbringt. In gemischten Blütenhecken, aber auch in Rabatten als robuster Gartenstrauch, am besten in Gruppen und in Wegnähe (Duft!), überzeugt dieser Wärme liebende und gut frostharte Winterblüher. Mit den übrigen Eigenschaften und auch was die Anfälligkeit für die Pilzkrankheit Phytophthora ramorum betrifft, unterscheidet er sich kaum von der nahestehenden Art Viburnum × bodnantense.
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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