Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».
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Viburnum rhytidophyllum
Immergrüner Grossblattschneeball | Runzliger Schneeball | Runzelblättriger Zungenschneeball

Ein genügsamer immergrüner Grossstrauch, der optimal in Industriegebieten – zum Abdecken oder Kaschieren von Fassaden etc. – verwendet werden kann. Zur Blütezeit wird Viburnum rhytidophyllum gern von Bienen und zahlreichen anderen Insekten besucht.
China; in Wäldern und an deren Rändern. Wurde um 1900 vom englisch-amerikanischen Botaniker, Pflanzensammler und -jäger Ernest Henry «Chinese» Wilson (1876–1930) nach Europa eingeführt und neigt in unseren Breiten zum Verwildern, weshalb diese Art bezüglich dieser Eigenschaft beobachtet werden muss.
Zuerst steif trichterförmig aufrecht, später schirm-
förmig wachsender, breitbuschiger und immergrün belaubter Grossstrauch von 3,5 bis 6 m (7 m) Höhe und im Alter derselben Breite.
Die gegenständig an den hellbraunen, sternfilzig behaarten Trieben angeordneten Blätter sind elliptisch bis länglich-eiförmig, stark runzlig und werden 12–20 cm gross; ihr Stiel misst bis 4 cm und sie weisen eine dunkelgrüne Oberfläche sowie eine dicht braunfilzig bis gelblich filzig behaarte Unterseite auf. Die Blattunterseite stiebt beim Berühren oder Reiben stark, was zu Niesanfällen oder bei empfindlichen Personen auch zu asthmatischen Beschwerden und im Sommer in Verbindung mit Schweiss zu Juckreiz auf der Haut führen kann. Das Laub hängt meistens, jedoch besonders ausgeprägt im Hochsommer und Winter, auffallend senkrecht herunter – eine natürliche Schutzfunktion, um die Sonneneinstrahlung bzw. Wasserverdunstung so gering als möglich zu halten.
Im Mai/Juni erscheinen die rahmfarbenen, bis 6 mm grossen Blüten zusammengefasst in Form von 10–20 cm breiten, flachen Trugdolden; diese werden bereits im Herbst ausgebildet und überwintern nackt auf bis zu 4 cm langen Stielen. Ab August reifen die zuerst leuchtend roten, später schwarz glänzenden und bis 8 mm grossen, eiförmigen Früchte.
An zusagenden Standorten findet eine Selbstaussaat statt, und gerade in extensiv gepflegten Anlagen oder in Waldrandnähe findet man gelegentlich aus Gärten verwilderte Exemplare dieser robusten, schattentoleranten, industriefesten und schnittverträglichen Pflanze. Ein sonniger bis schattiger Standort auf nahezu jedem nicht zu allzu trockenen Bodentyp genügt ihr zum Gedeihen. Als ideal gelten drainierte, aber frische bis feuchte und nährstoffreiche Böden, die vorzugsweise eine alkalische Reaktion aufweisen (Kalk liebend).
Ein genügsamer immergrüner Grossstrauch, der optimal in Industriegebieten – zum Abdecken oder Kaschieren von Fassaden etc. – verwendet werden kann. Zur Blütezeit wird Viburnum rhytidophyllum gern von Bienen und zahlreichen anderen Insekten besucht. Mit seinen unverwechselbaren runzligen Blättern, die bei Körperkontakt heftige Reaktionen auslösen können (s. o.), und der weiten Standortamplitude ein Solitärgehölz, das auch gut in dschungelartige Bepflanzungskonzepte wie bspw. Zooanlagen passt.
Geeignete Pflanzpartner stellen Bambus in Arten und Sorten oder Mahonia japonica dar und zur Unterpflanzung sommergrüne Farne, Carex morowii oder Carex pendula. Schädlinge und Krankheiten sind bei dieser Art unter gartenbaulichen Gesichtspunkten betrachtet so gut wie kein Thema. [Neophyten-Status beachten]
Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.
Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.
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