Hier präsentieren wir eine Auswahl aus den über 4000 Pflanzen des Buches «Plantae».

Über die Suchfunktion oben rechts (versteckt hinter den drei Querstrichen) oder die Hashtags am Ende jedes Pflanzenporträts können gezielt Arten mit bestimmten Eigenschaften gefunden werden.

Wisteria sinensis

Chinesische Glyzine | Chinesische Wisterie | Chinesischer Blauregen




Wisteria sinensis

Ein schnellwüchsiger und in unseren Breiten in der Regel ausreichend frostharter Schlinger, der sich an jeder sich bietenden Klettermöglichkeit emporwinden kann.

VERBREITUNG

China; bevorzugt an Felsen und in Wäldern (in Gehölze wachsend), auf tiefgründigen und auch im Sommer nicht austrocknenden Böden. Nach Europa bereits um 1816 ein­geführt.

WUCHS

Sommergrün belaubter, linkswindender (im Gegenuhrzeigersinn) und raschwüchsiger Kletterstrauch von 10 bis 15 m (in seiner Heimat bis über 25 m) Höhe. Wenn man dieser Pflanze die Möglichkeit gibt, an einem Baum hochzuklettern, werden auch grosse Bäume in kurzer Zeit überwachsen. Wenn keine Klettermöglichkeit zur Verfügung steht, baut sich das Gehölz strauchförmig 2–3 m hoch selbst auf.

MERKMALE & EIGENSCHAFTEN

Die wechselständig angeordneten, unpaarig gefiederten, bis 30 cm langen Blätter setzen sich aus neun bis 13 eiförmig-elliptischen, zugespitzten und 6–8 cm langen, frischgrünen und elegant wirkenden Blättchen zusammen. Im Austrieb ist das Laub oft kupfer- bis bronzefarben getönt, und im Herbst nimmt es vor dem Fall eine intensive Gelbfärbung an. Die Blattunterseite ist, besonders ausgeprägt, auf der Mittelrippe behaart.

Ab Ende April bzw. im Mai/Juni erscheinen die blauvioletten bis rötlich violetten, angenehm duftenden Blüten zu 30 bis über 90 beisammen in 15–35 cm langen, dichten Trauben, oft gefolgt von einer, wenn auch schwächeren Nachblüte; alle Blüten einer Traube öffnen sich etwa gleichzeitig. Die dicht samtig behaarten, an beiden Enden zugespitzten, graublaugrünen, mehrsamigen Hülsenfrüchte bleiben lange am Gehölz hängen und schleudern die darin enthaltenen Samen oft erst im folgenden Frühjahr ins Freie.

Das fleischige Wurzelwerk entwickelt sich, etwas bodenabhängig, meist flach und weit reichend, erschliesst aber auch tiefere Bodenschichten. Die Stammborke nimmt mit der Zeit eine graue Färbung an, und die arm- oder beindicken Triebe wirken wie imposante Muskelstränge.

Ein vollsonniger bis halbschattiger und warmer, etwas geschützter Standort auf einem gut drainierten, aber dauerhaft frischen und nahrhaften Boden hat sich bei dieser Art am besten bewährt. Im Idealfall liegt dessen Reaktion im schwach sauren Bereich – meiner Erfahrung nach werden jedoch auch schwach alkalische Böden ohne Wachstumseinbussen oder Blattchlorosen toleriert, sofern die übrigen Wachstumsfaktoren stimmen. Staunässe und verdichtete Böden sind jedoch für Wisteria sinensis Gift.

Essenz

Ein schnellwüchsiger und in unseren Breiten in der Regel ausreichend frostharter Schlinger, der sich an jeder sich bietenden Klettermöglichkeit emporwinden kann. Während der Blüte ist die Chinesische Glyzine eine wertvolle Bienenweide und bietet mit dem dichten Wuchs auch zahlreichen Singvögeln Schutz wie auch eine hochgelegene Nistgele­genheit.

FOTOS


Eine von 4000 Pflanzen aus dem Nachschlagewerk PLANTAE.

Ein Handbuch der Gartenpflanzen, wie es noch keines gegeben hat – für Gärtnerinnen, Landschaftsarchitekten, Profis und Enthusiasten und für Bibliophile. Verfasst von Urs Lüscher.


 ZURÜCK ZU: